Warum will Gazprom bei westdeutschen Energieversorgern einsteigen?

Verhandlungen

Gazprom – der große russische Gasmonopolist – sieht sich momentan auf dem westdeutschen Markt um. Der Gasanbieter befindet sich in Verhandlung mit einem regionalen hessischen Anbieter sowie auch dem Energieriesen RWE.

Hinter diesen Verhandlungen verbirgt sich ein Wandel beim russischen Anbieter Gazprom. Das Unternehmen möchte sich künftig nicht mehr nur als Großlieferant und Pipelinebetreiber betätigen, sondern auch am westeuropäische Endkundengeschäft teilhaben. Die Russen wollen die geduldigen und wenig wechselbereiten Haushalte für sich gewinnen. Um auf dem deutschen Markt größere Marktanteile zu gewinnen, plant Gazprom aktuell die Übernahme von einem regionalen Energieunternehmen in Hessen. Bei dem Anbieter handelt es sich um Envacom, der aktuell über ca. 50000 Kunden in Hessen verfügt. Im Gespräch ist auch der in Insolvenz geratene Anbieter Teldafax, der in der Vergangenheit ca. 700000 Kunden bediente.

Im Raum steht momentan auch eine Beteiligung an dem Energieriesen RWE. Seit mehreren Monaten führen RWE-Chef Jürgen Großmann und Alexej Miller von Gazprom intensive Verhandlungen. Gazprom möchte im Gegenzug preiswertes Gas an RWE liefern. RWE möchte sich hingegen in einem Gemeinschaftsprojekt mit zehn Prozent seiner Erzeugungskapazität bei Braun- und Steinkohlekraftwerken einbringen. Gazprom-Händler sahen dieses Angebot zu unwirtschaftlich an, weitere Verhandlungen stehen im Raum. Weitere aktuelle Nachrichten und Hintergrundberichte findet Ihr auf sueddeutsche.de

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